Vor 40 Jahren begann die Ära des Gelddruckens

Die Nachfrage nach Gold steigt kontinuierlich.

Doch warum, und was steckt wirklich dahinter?

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben ihren Ursprung im Jahr 1971. Damals hob US-Präsident Nixon die Goldbindung des Dollar auf.

Wer die Turbulenzen an den Finanzmärkten verstehen will, muss fast 45 Jahre zurückschauen. Denn am 15. August 1971 wurde der Grundstein für das heutige Wirtschaftssystem gelegt. Der damalige US-Präsident Richard Nixon hob an diesem Tag die Goldbindung des Dollar auf.

In einer Fernsehansprache an sein Volk ließ er auch die Welt eindrücklich wissen, dass sich die USA von nun an weigern würden, den Dollar jederzeit gegen eine festgelegte Menge des Edelmetalls einzutauschen.

Bis zu diesem Tag konnte jeder 35 Dollar gegen eine Feinunze (31,1 Gramm) eintauschen. In einem Federstrich hatte Nixon im August 1971 diesen historischen Goldstandard aufgehoben. Nixon begründete den drastischen Schritt mit Spekulationen gegen die USA. In Wirklichkeit hatten sich die USA durch die Kriege in Korea und Vietnam finanziell überhoben und zu viele Dollar zur Kriegsfinanzierung in Umlauf gebracht. Das Vertrauen in die Leitwährung schwand. Weltweit tauschten die Notenbanken ihre Dollarreserven in Gold, vor allem Frankreich fuhr mit Containern vor. Langfristig drohte der Ausverkauf der US-Goldreserven, so dass Nixon die Notbremse ziehen musste. Zwei Jahre nach der schicksalhaften Trennung vom Gold wurden dann sämtliche Wechselkurse zum Dollar freigegeben.

Von diesem Zeitpunkt an war die Weltleitwährung Dollar nur mehr eine Papierwährung, die beliebig vermehrt werden konnte. Für das gesamte Geldsystem hatte das tief greifende Konsequenzen. Der Wert der Devisen war nicht mehr an einen festen Anker gekoppelt.

Anders als beim Goldstandard, der den Zentralbankern gewisse Beschränkungen auferlegte, weil sie ihre Währungen stets mit Gold unterlegen mussten, hatten die Notenbanker plötzlich freie Hand bei ihrer Geldpolitik. Die Zeit fester Regeln war vorbei. Der Gezeitenwechsel lässt sich gut an der aktuellen Geldpolitik beobachten.

Etwa der EZB: In Zeiten des Goldstandards wäre es nicht so einfach gewesen, mal eben 22 Milliarden Euro zu drucken und damit italienische und spanische Staatsanleihen aufzukaufen, wie es die Frankfurter Währungshüter 2011 getan haben. Sie hätten das Geld an anderer Stelle unmittelbar wieder sterilisieren müssen. Ganz unvorstellbar wären die milliardenschweren Aufkaufprogramme von amerikanischer und britischer Notenbank gewesen, die einfach die Geldmenge aufgebläht haben.

Nicht wenige Experten meinen sogar, dass Nixon mit seiner Entscheidung die Basis für die Finanzkrise von 2008, die bis heute andauert, gelegt hat. Tatsächlich hat die Aufhebung der Regelbildung das Finanzsystem erheblich destabilisiert. Staaten konnten seither weitgehend ungehindert Schulden auftürmen.

Die Schuldenquote, also der Wert der Verbindlichkeiten gemessen an der Wirtschaftsleistung, kletterte in den vergangenen vier Dekaden etwa in Deutschland von 18 auf über 80 Prozent. In den USA verdoppelte sie sich von 50 auf inzwischen über 107 Prozent (2016). In Japan verzehnfachte sich die Schuldenquote gar von rund 20 auf aktuell über 200 Prozent. Damit nicht genug. Jede Krise wurde mehr oder weniger durch das Anwerfen der Gelddruckmaschine beseitigt.

Die vom Gold losgelösten Geldmengen sind dadurch weit stärker gestiegen, als der Wert der produzierten Güter und Dienstleistungen. Auf diese Weise haben sich riesige Ungleichgewichte und Spekulationsblasen auf der Welt gebildet, die spätestens 2008 in die Katastrophe führten. Auch die gegenseitige Währungspolitik folge seit den 1970er-Jahren teilweise chaotischen Regeln. Rund um den Globus intervenierten die Notenbanken, um den Kurs der eigenen Währung zu steuern.

Sichtbar wird dies etwa an den riesigen Devisenreserven, die Länder wie China, Russland oder Japan akkumuliert haben. Allein die Volksrepublik sitzt auf einem Staatsschatz von umgerechnet 3,2 Billionen Dollar. „Zentralbanken unterliegen dem politischen Druck, die drängenden Probleme der Gesellschaft anzugehen“, beschreibt Joachim Fels, Chefökonom bei Morgan Stanley, die regellose Geldpolitik der Währungshüter.

Die Folgen bekommen auch Anleger und Verbraucher zu spüren. Denn der Wert der Währungen wurde durch die Aufhebung der Regelbindung systematisch unterwandert. Seit 1971 hat der Dollar gegenüber dem Gold 97 Prozent an Wert eingebüßt. Besser hielten sich D-Mark bzw. Euro. Die Devise hat zum Edelmetall „lediglich“ 94 Prozent verloren. Noch besser schnitten nur japanischer Yen und Schweizer Franken ab.

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